2.2.2 Dekongestiva

Dekongestiva (alpha-Sympathomimetika) wirken vasokonstriktorisch und führen hierdurch zu einer vorübergehenden Abschwellung der Nasenschleimhaut. Deshalb eignen sie sich bei einer Rhinitis bzw. einer akuten Rhinosinusitis (ARS) zur kurzfristigen Linderung der Symptome (Nasenobstruktion, gestörte Ventilation der Nasennebenhöhlen).

Die Sympathomimetika Xylometazolin und Oxymetazolin werden topisch appliziert, als Nasenspray oder -tropfen. Da das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid reizend und schädigend auf die Schleimhaut wirken kann, sind konservierungsmittelfreie Formulierungen zu bevorzugen. Systemisch werden unter anderem Pseudoephedrin oder Phenylephrin angewendet. Die systemische Gabe darf bei Patienten unter 12 bzw. über 60 Jahren nicht erfolgen, weitere Kontraindikationen sind Schwangerschaft und eine eingeschränkt Leber- oder Nierenfunktion. Es können Nebenwirkungen wie Tachykardie, Unruhe, Schlaflosigkeit und Hypertonie auftreten.

Wichtig: Dekongestiva sollten nicht länger als 7–10 Tage verwendet werden, damit das Risiko einer Gewöhnung ausgeschlossen wird. Ist es bereits zu einer Rhinitis medicamentosa gekommen, kann die Entwöhnung nach einem speziellen Stufenschema unter Verwendung eines topischen Kortikoids erfolgen (► Arzt).

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