Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist in Europa heimisch – mittlerweile aber auch sonst überall auf der Welt zu finden. Weil sich die gelben Blüten kurz vor dem Geburtstag Johannes des Täufers (24. Juni) öffnen, erhielt die Pflanze seinen Namen. Bereits in der vorchristlichen Zeit wurden diverse Bestandteile des Johanniskrautes geerntet und zur Behandlung von Hautproblemen, Wunden oder Gicht verwendet. Im späten Mittelalter erkannte man dann, dass die Pflanze auch das Gemüt erhellen kann: Echtes Johanniskraut ist bis heute ein pflanzliches Heilmittel gegen depressive Verstimmungen. Aufgrund der großen Bedeutung des Echten Johanniskrauts in der Pflanzenheilkunde, vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung, wurde Johanniskraut (Hypericum perforatum) zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gekürt.

Abb.: Johanniskraut, Quelle: Pascoe

Das Wirkprinzip von Johanniskraut-Extrakt ähnelt demjenigen trizyklischer Antidepressiva: Hypericum steigert die Konzentration von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt – also derjenigen Neurotransmitter, die bei einer Depression erniedrigt sind.15 Neben verschiedenen Flavonoiden und Bioflavonen enthält Johanniskraut die Inhaltsstoffe Hypericin sowie Hyperforin.

Johanniskraut ist zu einem Klassiker in der Behandlung von Depressionen geworden. Aufgrund seiner nachgewiesenen Wirksamkeit bei leichter bis mittelschwerer Symptomatik wurde Johanniskraut 2009 in die S3-Leitlinie „Unipolare Depression – Nationale VersorgungsLeitlinie“ aufgenommen.17

Johanniskraut steigert die Serotonin-Neurotransmission und führt so zu einer Verbesserung der Stimmung, allerdings setzt der gewünschte Effekt erst nach einer Behandlungsdauer von 10–14 Tagen ein.