Das Propionsäurederivat Ibuprofen hat im Vergleich zu anderen NSAR das geringste relative Risiko, schwere gastrointestinale Nebenwirkungen hervorzurufen. Deshalb hat sich Ibuprofen als OTC-Analgetikum in niedriger Dosierung besonders bewährt. Im verschreibungspflichtigen Bereich (bei oraler Anwendung ab 400 mg pro Einzeldosis [5]) wird es unter anderem in der antirheumatischen Therapie eingesetzt. [2]

Abb. 6: Strukturformel von Ibuprofen

Indikationen: [2] [6]
  • Selbstmedikation (OTC): Leichte bis mäßig starke Schmerzen, z. B. Schmerzen der Muskeln und des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, akute Menstruationsbeschwerden oder zur Fiebersenkung
  • Abgabe auf Rezept (Rx): Schmerz- und Entzündungstherapie bei chronischen rheumatischen Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis), akuter Gicht, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Reizzuständen bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen (z. B. Muskelverspannung, Sehnenscheidenentzündung) sowie schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
Dosierung (Kinder ab 12 Jahre und Erwachsene): [2]
  • Schmerz/Fieber (OTC): Analgetisch-antipyretische Einzeldosis 200–400 mg (max. 1200 mg pro Tag)
  • Antirheumatische Therapie (Rx): Antiphlogistische Einzeldosis 400–800 mg (max. 2400 mg pro Tag)
  • Behandlung des offenen Ductus arteriosus Botalli bei Frühgeborenen: Applikation als Injektionslösung
Besonderheiten: [2]
  • Ibuprofen-D,L-Lysin-Salz (= Ibuprofen-D,L-Lysinat) hat einen besonders schnellen Wirkeintritt (ca. 15 Min.); aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit wird es im Gastrointestinaltrakt schneller gelöst als die freie Säure Ibuprofen.
    • wirksame Plasmaspiegel werden schneller erreicht
    • Einzeldosis für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene: 400 mg Ibuprofen in Kombination mit 284 mg Lysin (= 684 mg Ibuprofen-D,L-Lysinat)
  • Schmerz/Fieber bei Säuglingen und Kindern: Ibuprofensäfte, Suppositorien