Die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) wirken analgetisch, antipyretisch und antiphlogistisch. Ihre Wirkung beruht auf der Inaktivierung des Enzyms Cyclooxygenase und der damit einhergehenden Hemmung der Prostaglandinsynthese.

Tab. 3: Prostaglandinwirkungen und Effekte der COX-Hemmung [2]

NSAR hemmen in analgetischer Dosierung sowohl die COX-1 als auch die COX-2. Dadurch lassen sich ihre Wirkungen, aber auch ihre Nebenwirkungen erklären (s. Tab. 4). Die Hemmung der COX-2 führt zu Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Fiebersenkung. Die unerwünschten Wirkungen entstehen vorwiegend durch die Hemmung der COX-1, da diese für physiologische Schutzfunktionen, z. B. gastrointestinale Zellprotektion, verantwortlich ist. Aber nicht nur die COX- 1-Hemmung führt zu Nebenwirkungen, es werden auch physiologische Funktionen der COX-2 unterdrückt. Zudem sammelt sich die nicht mehr durch die COX verwertete Arachidonsäure an und wird vermehrt über Lipooxygenasen in Leukotriene umgewandelt. Leukotriene fungieren wie Prostaglandine als Entzündungsmediatoren und führen unter anderem zur Bronchokonstriktion. [2]

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Die Nebenwirkungen der klassischen NSAR ergeben sich hauptsächlich aus ihrem Wirkmechanismus, der COX-Hemmung (s. o.). Deshalb haben alle NSAR folgende Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Interaktionen gemeinsam:

Tab. 4: Nebenwirkungen und Kontraindikationen der NSAR [2]

Interaktionen

Die Interaktionen der NSAR sind ebenfalls auf ihren Wirkmechanismus, die COX-Hemmung, zurückzuführen. Am häufigsten kommen Wechselwirkungen mit Glucocorticoiden, Antihypertonika und Thrombozytenaggregationshemmern vor. Glucocorticoide hemmen ebenfalls die COX-2, die bei der Wundheilung von Ulzerationen wichtig ist. Deshalb erhöht die gleichzeitige Anwendung von Corticoiden und NSAR das Risiko von gastrointestinalen Komplikationen. Die Tabelle 5 zeigt, welche weiteren Wechselwirkungen auftreten können. [2]

Tab. 5: Interaktionen der NSAR [2]