1.1 Lymphe

Bei der Lymphe handelt es sich um eine hellgelbe, meist klare Flüssigkeit. Sie ist ähnlich zusammengesetzt wie die interstitielle Flüssigkeit (= Körperflüssigkeit im Interzellularraum). Der Gehalt an niedermolekularen Stoffen gleicht zwar dem des Blutplasmas, der Eiweißgehalt ist jedoch deutlich niedriger (durchschnittlich 20 g/l), kann aber lokal stark variieren. Die Leberlymphe enthält beispielsweise bis zu 60 g Eiweiß/l. Darüber hinaus ergeben sich weitere regionale Unterschiede in der Zusammensetzung: Im Magen-Darm-Bereich enthält die Lymphe zusätzlich Chylomikronen (= wasserlösliche Transportvehikel für Lipide und fettlösliche Stoffe), nach Passage eines Lymphknotens ist sie wiederum mit Lymphozyten angereichert. Unter der sogenannten „lymphpflichtigen Last“ versteht man die Stoffe und Stoffwechselprodukte, die nicht primär über das Blutgefäßsystem, sondern über die Lymphe abtransportiert werden.

Übersicht der lymphpflichtigen Last:

  • Wasserlast (Filtrat)
  • Zelllast (Leukozyten, Pathogene, Fremdkörper, Zelltrümmer)
  • Fettlast (Chylomikronen → „Milchsaft“ nach fettreichen Mahlzeiten)
  • Eiweißlast (Proteine)