Eine Heilung der Multiplen Sklerose ist bislang nicht möglich. Die vorhandenen Therapieprinzipien zielen deshalb darauf ab, die Schubfrequenz bzw. die Schwere der Schübe zu verringern, dauerhafte neurologische Schäden zu verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Ist es bereits zu neurologischen Ausfällen gekommen, sollen die Einschränkungen durch die Therapie auf einer möglichst niedrigen Behinderungsstufe gehalten werden. Bei ca. einem Drittel der berufstätigen MS-Patienten führt die Erkrankung trotz Therapie zu einer Frühberentung. [2]

Man unterscheidet zwischen einer Schubtherapie und einer verlaufsmodifizierenden Therapie. Das aktuell in der DGN-Leitlinie empfohlene Therapieschema ist in Abb. 2 dargestellt.

Abb. 2: Stufentherapie der Multiplen Sklerose, Quelle: DGN / KKNMS: Leitlinie zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose (August 2014)

Bei Versagen einer verlaufsmodifizierenden Therapie bei milder / moderater Verlaufsform einer MS werden diese Patienten wie eine aktive MS behandelt.

1 Substanzen in alphabetischer Reihenfolge; die hier gewählte Darstellung impliziert KEINE Überlegenheit einer Substanz gegenüber einer anderen innerhalb einer Indikationsgruppe (dargestellt innerhalb eines Kastens)

2 Zugelassen, wenn Interferon-β nicht möglich oder unter Azathioprintherapie stabiler Verlauf erreicht

3 Einsatz nur postpartal im Einzelfall gerechtfertigt, insbesondere vor dem Hintergrund fehlender Behandlungsalternativen

4 Zugelassen für bedrohlich verlaufende Autoimmunkrankheiten, somit lediglich für fulminante Fälle als Ausweichtherapie vorzusehen, idealerweise nur an ausgewiesenen MS-Zentren