Die Diagnose der MS ist eine Ausschlussdiagnose, die sich auf mehrere Kriterien stützt: die Anamnese, die Objektivierung klinisch neurologischer Ausfälle, die auf eine ZNS-Störung hinweisen, und den Nachweis einer zeitlichen und örtlichen Dissemination im MRT (= Streuung, Verteilung, nicht örtlich begrenzt), wenn andere, vor allem akut lebensbedrohliche mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden.

Eine erste Diagnose kann bereits gestellt werden, wenn nach dem ersten Krankheitsschub klinisch nachweisbare Auffälligkeiten in mindestens einem Funktionssystem vorliegen und sich zusätzlich zwei oder mehr charakteristische Läsionen in der initialen MRT-Untersuchung (= Magnetresonanztomographie) finden. Die Lokalisation der Herde sollte in mindestens zwei der vier folgenden Hirnregionen liegen: periventrikulär, juxtakortikal, infratentoriell oder im Rückenmark. Darüber hinaus muss das Kriterium der zeitlichen Dissemination erfüllt sein. [2]