3.3 Nicht verschreibungspflichtige Schlafmittel

Patienten, die unter Schlafstörungen leiden, versuchen häufig zunächst eine Therapie in Eigenregie, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Zum Einsatz kommen dann, neben den oben beschriebenen Maßnahmen zur Schlafhygiene, auch nicht verschreibungspflichtige Schlafmittel.

3.3.1 Pflanzliche Schlafmittel

Es gibt verschiedene pflanzliche Arzneimittel, die bei Schlafstörungen eingesetzt werden.19 Zum Einsatz kommen Auszüge aus Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblättern, Passionsblumenkraut und Lavendelblüten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Wirkung teils erst nach längerer Einnahmedauer von zwei bis drei Wochen in vollem Umfang eintritt. Wichtig ist bei der Auswahl eines Fertigarzneimittels, dass ein geeigneter Extrakt als wirksamer Bestandteil in ausreichender Konzentration enthalten ist.

3.3.2 H1-Antihistaminika

H1-Antihistaminika werden primär als Antiallergika beziehungsweise Antiemetika eingesetzt. Doch besonders Antihistaminika der ersten Generation entfalten über eine Blockade zentraler H1-Rezeptoren zusätzlich eine sedierende, hypnotische (Neben-)Wirkung. Die Wirkstoffe Diphenhydramin (Betadorm®) und Doxylamin (Gittalun®) sind als rezeptfreie Schlafmittel im Handel.

Doch auch wenn diese Arzneimittel nicht verschreibungspflichtig sind, sollten sie nicht unkritisch angewendet werden, da auch hier Nebenwirkungen (z. B. Hangover, Schwindel, anticholinerge Effekte wie Mundtrockenheit oder Tachykardie, Erhöhung des Augeninnendrucks) und Wechselwirkungen (Wirkverstärkung durch Alkohol) auftreten können. Außerdem kann auch die Einnahme dieser Arzneimittel über einen längeren Zeitraum in eine Abhängigkeit führen.