2 Wirkung und Nebenwirkungen von PPI

Wirkung und Indikationen

Die auf dem Markt befindlichen PPI (Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol, Dexlansoprazol, Rabeprazol) hemmen die H+/K+-ATPase der Parietalzellen des Magens und damit den letzten Schritt der Magensäuresekretion. Durch die irreversible Hemmung der Protonenpumpen sinkt sowohl die basale als auch die durch Nahrungsaufnahme angeregte Säuresekretion. Der pH-Wert des Magens kann damit für ca. 36–72 Stunden angehoben werden.1–2

Verschreibungspflichtige PPI werden zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD, gastroesophageal reflux disease), zur Therapie und Prophylaxe von Magen- und Duodenalulcera sowie in Kombination mit Antibiotika zur Helicobacter-pylori-Eradikation eingesetzt.3

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Apothekenpflichtige PPI (Omeprazol, Pantoprazol) werden zur Behandlung von Refluxsymptomen wie Sodbrennen abgegeben. Die Behandlungsdauer ist auf 14 Tage begrenzt.3

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von PPI sind geringfügig und äußern sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Blähungen. Weitere Nebenwirkungen umfassen Elektrolytstörungen, verringerte Aufnahme von Vitamin B12, akute und chronische Nierenerkrankungen, Osteoporose, Magen-Darm-Infektionen, bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms und Pneumonien.4–6

Eine Auswertung weltweit erhobener Post-Marketing-Daten zeigte bei langfristiger Einnahme von PPI eine alarmierende Zahl an Elektrolytimbalancen und Nierenerkrankungen. Zugrunde lagen hier mehr als 10 Millionen Berichte zu unerwünschten Wirkungen des Food and Drug Administration Adverse Event Reporting System. PPI können die Verfügbarkeit von Magnesium, Kalium, Calcium und Natrium beeinträchtigen.7

Eine der größten Untersuchungen zum Einfluss von PPI auf die Versorgung mit Vitamin B12 ermittelte insbesondere bei langfristiger Einnahme von PPI (≥ 2 Jahre) ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel. Das Risiko stieg mit der Höhe der PPI-Dosis.8