Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Methocarbamol-Wirkstoffverordnung: Welche Abgabe ist richtig?

Es wird Ihnen die oben dargestellte Verordnung vorgelegt. Ein Eintrag in der Kundendatei verrät, dass der Patient unter einer Laktoseintoleranz leidet. Bei Eingabe der Verordnung in die Apothekensoftware wird ersichtlich, dass mehrere Präparate mit dem Wirkstoff Methocarbamol in entsprechender Stärke und Anzahl an Tabletten erhältlich sind.

Die Lösung zur Frage:
Welche Abgabe ist richtig?

Abgabe des laktosefreien Rabattartikels DoloVisano®

Diese Antwort ist richtig.

Es handelt sich um eine Wirkstoffverordnung, die vorrangig mit einem Rabattarzneimittel beliefert werden muss. Zudem ist DoloVisano® laktosefrei und damit für den Patienten geeignet.

Abgabe eines der drei preisgünstigsten generischen Methocarbamol-Arzneimittel. Wenn kein laktosefreies Präparat dabei ist, müsste der Arzt ein neues Rezept über ein laktosefreies Mittel ausstellen.

Diese Antwort ist falsch.

Die generischen Methocarbamol-Arzneimittel sind beim vorliegenden Kostenträger nicht rabattiert. Da es aber mit DoloVisano® ein rabattiertes Präparat gibt, ist dieses vorrangig abzugeben.

Keine Belieferung möglich, da die Verschreibung einen eindeutigen Arzneimittelnamen enthalten muss.

Diese Antwort ist leider falsch.

Eine Wirkstoffverordnung ist erlaubt; die Angabe des eindeutigen Arzneimittelnamens ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Ist ein Wirkstoff ohne Herstellername wie im vorliegenden Fall verordnet, dann handelt es sich um eine Wirkstoffverordnung. Es müssen auch hier bevorzugt Rabattartikel abgegeben werden, die die Aut-idem-Kriterien nach Rahmenvertrag § 4 Absatz 1 erfüllen:

  • Gleicher Wirkstoff
  • Identische Wirkstärke
  • Identische Packungsgröße
  • Gleiche oder austauschbare Darreichungsform
  • Zulassung für ein gleiches Anwendungsgebiet
  • Keine einer Ersetzung des verordneten Arzneimittels entgegenstehenden betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften

DoloVisano® enthält den verordneten Wirkstoff Methocarbamol in der Stärke 750 mg, ist als N2-Packung mit 50 Stück im Handel und bei der betreffenden Kasse rabattiert (Kennzeichen %):

Abb.: Ausschnitt aus der Lauer-Taxe-Online, Quelle: Lauer-Taxe-Online

Zudem sind die Darreichungsformen TAB und FTA (wurde verordnet) seit dem 15. September 2018 austauschbar. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) schon im Mai 2018 beschlossen. In Kraft trat die Änderung der Anlage VII zur Arzneimittel-Richtlinie zum 15. September 2018.

Abb.: Austauschbare Darreichungsformen für Methocarbamol nach Anlage VII der AM-RL, Quelle: G-BA

Es darf im vorliegenden Fall nur das rabattierte Arzneimittel DoloVisano® Methocarbamol 750 mg Tabletten abgegeben werden. Da DoloVisano® zudem gluten- und laktosefrei ist, ist das Präparat für den Patienten geeignet.